Der nackte Wahnsinn

„Das ist Leben, das ist Theater, das ist Farce!!“ ruft Lloyd Dallas. Der aufsteigende Stern am Himmel der Theaterregisseure versucht, seine Truppe zu motivieren. Nicht einfach, angesichts der Tatsache, wie viel vor der morgigen Premiere noch schief geht, wie wenig sich seine Akteure bisher in ihrem Stück auskennen. Und meint er eigentlich ihr Spiel oder doch ihr Leben hinter den Kulissen?
Lloyd Dallas selbst ist eine Figur aus der Komödie „Der nackte Wahnsinn“ vom britischen Autoren Michael Frayn. Die Gruppe „Theater ohne Maß“ bringt das Stück ab Mitte November auf die Bühne des ersten un_ordentlichen Zimmertheaters in Osnabrück. 2018 hieß es für das Ensemble noch erfolgreich das Komödiantische in Ibsens Drama „Ein Volksfeind“ zu finden. Diesmal stellt essich der gegenläufigen Aufgabe: das Ernste in einer temporeichen Slapstick-Komödie auszumachen.
Als Theater auf dem Theater konzipiert, spielt Frayns Stück mit der ganzen Palette an Theaterklischees und Bühnenpannen. Das Publikum im Zimmertheater erlebt hautnah die Entwicklung der Boulevard-Komödie mit dem Titel „Nackte Tatsachen“ von der Generalprobe, über einen späteren Vorstellungstermin, bis hin zum Tourneefinale. Außerdem sieht es den Zerfall einer Theatertruppe durch die alltäglichen kleinen und großen „Tragödien“ hinter den Kulissen.
Selten ist Scheitern so schrecklich schön, so amüsant anzusehen, wie hier.